Heiraten in New York

Am 16. März 2017 haben mein Mann und ich in New York geheiratet. Wir haben uns bei -8 Grad an der Gapstow Bridge (auch bekannt als Kevin allein in New York Brücke) im Central Park das Ja-Wort gegeben. Warum wir uns für ein intimes Elopement zu Zweit in New York City entschieden haben und wie man eigentlich im Ausland, speziell in meiner Lieblingsstadt, heiraten kann, erzähle ich euch heute in diesem Beitrag.

Mein Mann und ich hatten uns ganz bewusst für ein Elopement nur zu Zweit entschieden. (Ja, wir waren wirklich alleine! Keine Familie, keine Freunde, keine extra Trauzeugen.) Wir wollten diesen besonderen Tag nur für uns haben. Keiner der stresst, keiner der bestimmte Erwartungen hat oder dem wir es Recht machen müssen. Es geht schließlich um uns! Unsere Familien wussten Bescheid. Es war also kein Durchbrennen im klassischen Sinne. In den Vereinigten Staaten kann man mit einer Heiratslizenz überall relativ flexibel, bzw. schnell heiraten.  Also musste es auch nicht das klischeehafte Las Vegas sein. Wir wollten einfach auf kein typisches Standesamt bei uns in der Region. Und New York stand als meine Lieblingsstadt recht schnell fest.

Um in den Staaten heiraten zu können, bedarf es der s. g. Heiratslizenz. Diese gibt es in NY im Office of the City Clerk – NYC Marriage Bureau. Dort muss man als erstes an einem Counter ein Formular ausfüllen. Was man auch schon vorher hätte online machen können. Mit einer daraus erhaltenen Confirmation Number darf man dann ein Warteticket ziehen und erstmal warten. Wir waren an einem Montag dort. Da war die Wartezeit ca. eine halbe Stunde. Freitags sieht es da schon ganz anders aus. Die Wartezeit war aber keineswegs langweilig. Da das Marriage Bureau auch die Standesamt- / Trauzimmer beherbergt, war dort vieles zu beobachten und einige Brautpaare unterwegs. Ein Verkaufsstand für Brautsträuße ist auch direkt vor Ort. Für die ganz Kurzfristigen.

Nachdem man dann an den nächsten Counter gerufen wurde, werden noch einige Fragen direkt gestellt. Z. B. ob man schonmal verheiratet war. Nachdem dort dann die letzten Formalitäten geklärt sind, erhält man als offizielles Dokument seine Heiratslizenz. Mit dieser Lizenz darf man frühestens 24 Stunden später heiraten.

Glücklicherweise waren wir direkt am Montag auf dem Amt, denn in der Nacht zu Dienstag kam ein Blizzard und die Stadt wurde am nächsten Tag zum Ausnahmezustand erklärt. Für ein Nordlicht war das bissel Schnee (ca. 15 cm) nicht so schlimm. Der New Yorker stetzt dann aber keinen Fuß mehr vor die Tür. Und somit war die Stadt am Dienstag und Mittwoch ganz schon ausgestorben. 95 % aller Geschäfte hatten geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel fuhren auch nur noch unregelmäßig und generall war es sehr unheimlich diese Stadt so leer zu sehen.

Wenn ich eines gelernt habe: man kann nicht alles planen… und schon gar nicht das Wetter. Bewusst hatten wir uns auch für März entschieden. Das es nicht sommerlich warm sein wird wussten wir, mit Schnee, bzw. einem Blizzard mit steetigen -8 / -10 Grad hatten wir aber nicht gerechnet. Zusätzlich wurde New York zum Ausnahmezustand erklärt, so dass wir gar nicht wussten, ob die Trauung im Central Park stattfinden kann oder ob wir noch auf unsere Hotel Lobby ausweichen müssen.

Unser Fotograf und seine Frau waren aber so wunderbar flexibel, dass das alles kein Problem war. Einzig der Weg zur Traulocation. Unser Hotel hatte uns einen Uber Fahrer organisiert, der aber nach knappen 500 m auch stecken blieb. Naja, Highheels werden sowieso überbewertet. Mit Schneestiefeln unter dem Brautkleid sind wir dann den Rest des Weges zu Fuß in den Central Park gegangen. Jackie unsere Friedensrichterin hatte eine wunderbare persönliche Trauzeremonie (auf Englisch) für uns geschrieben. Unsere Eheversprechen haben wir uns auf Deutsch gesagt. Das postive an der Kälte und dem Schnee war, dass nicht viel im Central Park los war und wir somit nur ganz wenig Zuschauer in der Nähe hatten. Aber auch das war irgendwie schön, denn Alle haben sich mit uns gefreut und Glückwünsche zu gerufen und gejubelt.

Sascha unser Fotograf, war auch gleichzeitig unser Trauzeuge. Nach der Trauung sind wir mit ihm noch ca. 2 Stunden durch den Central Park und die Straßen von New York gezogen, um einige Portraits zu machen. Zum Schluss waren wir auf der Aussichtsplattform vom Rockefeller Center und haben dort bei herrlichem Sonnenschein noch einige Fotos ohne meine Lederjacke machen können. Jackie und Sascha haben uns zu jeder Zeit das Gefühl gegeben, gute Freunde und etwas ganz besonderes zu sein.

Nach der Trauung bekommt man seine Heiratsurkunde nach Hause geschickt. Damit diese in Deutschland gültig ist, wird in NY noch eine s. g. Apostille beantragt. Das hat zum Glück Sascha für uns erledigt. Dafür hatten wir ihm vorab eine Vollmacht ausgestellt. Wer also noch Fragen zum Thema heiraten in New York hat, schreibt mir gerne!

- Close + Menu